Man sagt, Sanmaneul Kimchi, wie Bärlauch Kimchi auf Koreanisch heisst, sei ein Kimchi der dunklen Seite. Seine Intensität ist ungeahnt und der Geschmack lässt mich von Koreanischen Wäldern und Bergen träumen. Dieser Kimchi ist eine wahre Umamibombe und anständig knoblauchig. Wenn ich weiter träume, sehe ich mich in Korea inmitten der Wälder und Berge einen authentischen Sanmaneul Kimchi essen.
Dadurch, dass er eine so seltene Köstlichkeit ist, geniesse ich jeden Bissen noch viel mehr. Und wenn mal eine Zwiebel oder Blütenknospe mit dabei ist, bin ich im siebten Gourmethimmel. Sanmaneul bedeutet übrigens Bergknoblauch. Er wird in Korea in den Bergen angebaut und ist, genau wie in Deutschland, im Frühjahr erhältlich.
Weil ich so viele Anfragen bekommen habe, schreibe ich mein Rezept für Bärlauch Kimchi Schritt für Schritt auf. Dann kannst auch Du im Frühling ein kleines Gläschen dieser Köstlichkeit selber zuhause machen und geniessen. Bärlauch gibt es zur Saison in den meisten Läden oder auf den Märkten zu kaufen. Aber natürlich kannst Du ihn auch selber sammeln, wenn Du eine Stelle kennst, wo er wächst, und Du ihn sicher identifizieren kannst.
Bärlauch pflücken
Darf man Bärlauch denn überhaupt pflücken? Die Antwort lautet ganz klar: Ja.
Das Gesetz in Deutschland sagt, jede:r darf wild lebende Blumen, Gräser, Farne, Moose, Flechten, Früchte, Pilze, Tee- und Heilkräuter sowie Zweige wild lebender Pflanzen aus der Natur an Stellen, die keinem Betretungsverbot unterliegen, in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen und sich aneignen.
Das heißt, dass du eine Handvoll für den Eigengebrauch ernten darfst.
Bitte denke beim wilden Sammeln immer an die Nachhaltigkeit und Langlebigkeit des Standortes, damit auch andere Bärlauch sammeln können. Nimm am besten pro Pflanze nur 1-2 Blätter mit, und das auch nur an einem Platz, an dem ein ausreichend großer Bestand vorhanden ist. Zwiebeln darfst Du nicht ernten. Naturschutzgebiete sind natürlich vom wilden Pflanzensammeln ausgeschlossen.


Sammle nur, was Du zweifelsfrei erkennst
Achte auf die Merkmale des Bärlauchs, um eine Verwechslung mit giftigen Doppelgänger:innen zu vermeiden. Das Reiben an den Blättern, um den charakteristischen Knoblauchduft wahrzunehmen, ist nicht die beste Idee. Nachdem Du an 2-3 Pflanzen gerieben hast, bleibt der Geruch an den Fingern und die Identifikation ist nicht mehr zuverlässig.
Eine gute Beschreibung, die Dir bei der Bestimmung helfen kann, liefert https://mundraub.org/baerlauch-wunderlauch-steckbrief
Nachhaltig bereite ich Bärlauch Kimchi hauptsächlich aus Blättern zu, mit nur vereinzelten Zwiebeln und Knospen. Zwiebeln kann ich deshalb mit verarbeiten, weil Bärlauch in meinem Garten wächst und ich ihn dort ernten kann.




Bärlauch Kimchi
Material
- 0,5 Liter Bügelglas
Zutaten
- 1 Bund Bärlauch, ca. 100 Gramm
- 1 EL Salz
- 4 Knoblauchzehen
- 1 EL Zucker
- 4 EL Gochugaru (koreanische Chiliflocken)
- 2 EL Fischsauce
- 1 Tasse Wasser
Anleitung
- Bärlauch gut waschen. Wenn Zwiebeln mit gepflückt wurden, nur einige benutzen. Die Zwiebeln sind sehr scharf, so dass ein paar davon sehr ergiebig sind. In einer großen Schüssel mit dem Salz vermischen und Wasser ziehen lassen. Zwiebeln darfst Du übrigens nur pflücken, wenn Du den Bärlauch privat pflückst. Beim wilden Sammeln müssen die Zwiebeln stehen bleiben.
- Währenddessen die Kimchi-Paste zubereiten. Dazu Knoblauch klein hacken und mit dem Zucker in einem Mörser oder einer Rührschüssel zerdrücken. Gochugaru und Fischsauce hinzugeben und weiter mixen, bis eine Paste entsteht. Etwas von dem Wasser hinzufügen, damit die Paste eine cremige Konsistenz erhält.
- Den Bärlauch mit Wasser etwas abspülen, so dass er nur noch leicht salzig ist, und gut abtropfen lassen. Anschliessend die Kimchi-Paste zum Bärlauch geben und mit den Händen vermengen, bis sie gleichmäßig verteilt ist. Das Gochugaru färbt die Hände schnell knallrot, daher sind Küchenhandschuhe sehr praktisch.
- Den Bärlauchkimchi in das Fermentationsgefäß geben und gut nach unten drücken. Bewege das Glas täglich ein wenig, damit die Blätter durch die Paste konsequent bedeckt bleiben und kein Schimmel entsteht. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, bedecke den Bärlauch mit einem Fermentationsgewicht und füge soviel Wasser hinzu, dass Bärlauchkimchi und Gewicht vollständig untergetaucht sind. Aber bitte nicht mehr, die Blätter sollen nicht in der Flüssigkeit schwimmen!
- 3-7 Tage bei Zimmertemperatur und ohne direkte Sonneneinstrahlung gären lassen. Während der Bärlauch fermentiert, wird sich das Volumen im Fermentationsglas auf ein Drittel reduzieren.
- Den fertigen Kimchi kühl lagern. Bärlauch Kimchi ist im Kühlschrank 12 Monate haltbar.
Notizen



Pur gegessen ist dieser Kimchi eine Delikatesse, und auch als Zutat in einem folded Gimbap oder Bibimbap überzeugt er.
Wenn Dir Bärlauch Kimchi schmeckt, magst Du bestimmt auch Kkakduki. Mein Rezept dafür ist schnell, einfach, und sehr sehr köstlich.





Hallo Katsu,
vielen Dank für das tolle Rezept. Ich habe schon einige Gläser fermentiert und bin begeistert von dem tollen Geschmack. Wie lange kann man denn ein geöffnetes Glas im Kühlschrank aufheben? Viele liebe Grüße Michaela
Hej Michaela,
14 Tage sicher, meistens noch deutlich länger.
Guten Appetit!
Katsu
Das beste Kimchi. Dieser herrliche tiefe Geschmack. Super. Ich musste direkt nochmal in den Wald und nachschub holen. Danke für das schöne Rezept.
Könnte man hier auch eine Variante mit anderen Kräutern machen? Glatte petersilie zum Beispiel?
Gruß Ingo
Hej Ingo,
mit Giersch mag ich diese Variante auch gerne. Petersilie habe ich noch nicht versucht, aber warum nicht?
Gutes Gelingen!
Katsu
Liebe Katsu,
endlich wieder Bärlauch! Ich hatte dein Sanmaneul Kimchi schonmal vor 2 Jahren gemacht und sehr geliebt. Gerade habe ich wieder alles nach Beschreibung angesetzt, bin aber nicht sicher, ob ich diesmal alles richtig gemacht habe. Nach dem Salzen und Ziehenlassen habe ich den Bärlauch kurz vom Salz abgespült und dann im Sieb über einer Schüssel abtropfen lassen. Das Wasser habe ich dann weggeschüttet, bevor ich den Bärlauch mit der Paste vermischt und dann ins Glas gegeben habe. Am Schluss habe ich noch ein wenig frisches Wasser darauf gegeben und alles mit Gewichten bedeckt.
Meine Frage: war es richtig das Salzwasser wegzuschütten, oder hätte ich es wieder verwenden sollen?
Liebe Grüße,
Michaela
Hej Micha, japp, das war genau richtig. Geniess ihn!