Das Ingwer-Kurkuma-Honig-Ferment ist kein Ferment für Ungeduldige, aber ein weiteres leckeres Honigferment, das besonders in der Erkältungszeit sein maximales Potential zeigt.

Durch die Erhöhung des Wassergehaltes von Honig auf mindestens 19% werden die im Honig vorhandenen wilden Hefen aktiviert und eine Fermentation findet statt. In diesem Rezept verdünnt der nach und nach austretende Saft der klein geriebenen Ingwer- und Kurkumarhizome den Honig, so dass er fermentiert. Eine signifikante Menge an Alkohol wird nicht produziert, Spuren können jedoch vorhanden sein.

Die Zubereitung ist eigentlich super einfach. Dass Du dieses Rezept trotzdem unter den Rezepten für Fortgeschritte findest, liegt daran, dass es recht lange dauert, bis sich die erste Fermentaktivität zeigt. Anfänger:innen werden erfahrungsgemäß schnell ungeduldig oder unsicher. Ausserdem muss besonders sauber gearbeitet werden, weil sowohl Ingwer, wie auch Kurkuma, stark zu Schimmelbildung neigen.

ZUTATEN

  • 200 gr. Ingwer
  • 150 gr. Kurkuma *
  • 1 TL schwarze Pfefferkörner
  • 500 gr. naturbelassener regionaler Honig

* Ich setze dieses Ferment nur an, wenn ich im Bioladen frische und gut aussehende Kurkumarhizome bekomme.

Es spricht übrigens nichts dagegen, Ingwer und Kurkuma nicht zu kombinieren, sondern Monofermente daraus zu machen. Auch den Pfeffer brauchst Du nicht unbedingt. Nur der Honig muss sein 😉

ZUBEREITUNG

Die Mengen passen gut in ein 0,75 Liter Bügelglas. Die Ingwer- und Kurkumarhizome müssen, wenn Du sie in Bioqualität gekauft hast, nicht geschält werden. Das ist gut, weil auf den Schalen nützliche Mikroorganismen für den Fermentationsprozess sitzen. Beides auf der Kastenreibe grob raffeln (wenn Du dabei keine Handschuhe trägst, hast Du danach übrigens ziemlich sicher gelb-orange Hände, weil Kurkuma stark färbt). Die Pfefferkörner im Mörser grob zerstoßen und mit den geriebenen Rhizomen in Dein Gefäß füllen.

Mit dem Honig bedecken – es darf nichts rauskucken! Das ist bei diesem Ferment besonders wichtig, weil es zum Schimmeln neigt. Deshalb achte bitte besonders darauf, dass keine unbedeckten Reste am Glasrand kleben und arbeite sehr sauber. Wenn Du die Proportionen der Mengenangaben beachtest, solltest Du keine Probleme bekommen.

Es macht übrigens nichts, wenn der Honig nicht ganz flüssig ist. Ich setze das Honigglas immer umgedreht auf einen Marmeladentrichter auf mein Fermentiergefäß und warte, bis er ausgelaufen ist. Die Feuchtigkeit, die aus dem Ingwer und Kurkuma austritt, ist meistens ausreichend, um ihn innerhalb weniger Tage zu verflüssigen.

Unbedingt warm aufstellen, mindestens 20°C sollten es sein. Um der Schimmelentwicklung vorzubeugen 1-2 Mal täglich das Glas öffnen und gut umrühren. Schimmel kann sich nämlich nur an der Oberfläche entwickeln, deswegen wird sie immer wieder untergerührt. Und zwar so lange, bis die Fermentation beginnt. Das erkennst Du daran, dass in Deinem Ferment kleine Bläschen aufsteigen.

Achtung! Sobald die Fermentation startet, ist ordentlich Druck in Deinem Glas. Öffne es bitte stets mit Vorsicht.

Rezeptideen für Dein Ingwer-Kurkuma-Honig-Ferment mit Pfeffer

  • Golden Milk. Goldene Milch ist das ultimative Wohlfühlgetränk mit etlichen positiven Eigenschaften für Deine Gesundheit. Wärme 1 Tasse Hafermilch in einem Topf auf dem Herd auf und füge 1-2 EL Ingwer-Kurkuma-Honig-Ferment, 1 angedrückte grüne Kardamonkapsel und 1 gute Prise Zimt hinzu. Gründlich umrühren. Erhitze die Milch nicht zu stark, um die positive Wirkung des Fermentes nicht zu zerstören.
  • Dressing. Für eine süsse probiotische Note in Salaten und hausgemachten Bowls. 1 EL Ferment mit 2-3 EL Apfelessig, 4 EL Olivenöl, 2 TL Senf, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer verquirlen. Mit frischen Kräutern, Nüssen, Sesam oder Granatapfelkernen ergänzen.
  • Würze. In scharf-süssen Curries oder als Gewürz für (vegetarische) Hackbällchen kommt der Geschmack richtig gut! Füge einfach 1-2 EL Ingwer-Kurkuma-Honig-Ferment mit Pfeffer zu Deinem regulären Rezept hinzu.
  • Topping. Ich liebe dieses Ferment auf griechischem Joghurt, zusammen mit ein paar kleingehackten Walnüssen. Gerne in seiner puren Form mit Biss, manchmal geniesse ich es aber auch fein püriert.
  • Tee. Füge 1-2 EL des aktiven Ferments handwarmem Wasser hinzu. Es ist wichtig, dass das Wasser nicht mehr heiss ist, weil Du damit die antibakterielle Wirkung des Honigs und die probiotischen Inhaltsstoffe zerstören würdest. Dieser Tee wirkt besonders gut gegen Hustensymptome und Kopfschmerzen.
  • Lassie. Püriert mit Joghurt, Milchkefir oder einer Pflanzenmilch Deiner Wahl ist dieses Ferment ein wahrer Genuss!

39 Kommentare

  1. Bei mir steigen jetzt Blasen auf. Jetzt also nicht mehr rühren? Muss es noch regelmäßig geöffnet werden?

    • Hurrah, herzlichen Glückwunsch! Jetzt kannst Du Dein Ferment geniessen. Wenn Du es nicht sowieso öffnest, weil Du etwas davon essen möchtest, kannst Du es geschlossen lassen.

        • Hallo, liebe Katsu, vielen herzlichen Dank für dieses tolle Rezept! Mein Ingwer- Kurkuma – Ferment fängt jetzt nach 14 Tagen ganz leicht an zu blubbern.
          Jetzt möchte ich noch einmal ein Ferment ansetzen für meine oft kranken Freunde. Meinst Du, ich könnte alle Zutaten im Hochleistungsmixer mixen und dann fermentieren lassen? Das wäre toll. Denn es gibt ja Menschen, die möchten nicht auf Stückchen kauen in ihrer Goldenen Milch.
          Liebe Grüße! Gudrun

          • Hej Gudrun,

            ich seihe es immer nach dem Erwärmen ab. Alternativ kannst Du es nach dem Fermentieren, aber vor dem Verschenken, pürieren.

            Gutes Gelingen!
            Katsu

        • Dear Christina,

          that’s unfortunately not really predictable, it depends on the temperature and the quality of your products. Usually fermentation starts after about 3-4 weeks. After that you want to let it ferment for some days before enjoying it.

          The good thing is, that once fermented, it doesn’t go bad! So make a big jar and let it just sit there. Then you can always help yourself to some fermented ginger and turmeric in honey to make tea or drizzle over joghurt and granola.

          Good luck with your ferment!
          Katsu

  2. Hallo Katsu! Ich hab mich drangemacht, sieht auch gut aus ABER Ingwer, Kurkuma und BioZitrone schwimmen oben – die sollten doch von selber absinken nach ein paar Tagen, oder? Bis dahin fleißig umrühren, damit nix schimmelt?! Bin noch Jung-Fermentierer 🙂 bis dato nur Sauerkraut und Essig selber gemacht… Oder doch beschweren? Danke und lieben Gruß! Lisa

    • Liebe Lisa,

      ja, das ist genau richtig! Weiterhin jeden Tag fleissig rühren, dieses Ferment dauert eine ganze Zeit, bis es in Gang kommt. Das Absinken dauert ebenso lange. Sobald es blubbert, wirst Du aber mit einer wahren Köstlichkeit für Deine Geduld belohnt werden.

      Gutes Gelingen!
      Katsu

    • Hallo,
      Ich habe es auch probiert mit dem Kurkuma Ingwer ferment. Meine Frage… wie lange dauert es in etwa bis es anfängt zu blubbern es sieht sehr trocken aus. Habe bedenken das es weil es so trocken aussieht nicht zu fermentieren beginnt.
      Vielen Dank für Ihre Antwort
      Liebe Grüße
      Maren

      • Hej Maren,

        was bedeutet denn, es sieht trocken aus? Die Rhizome sollten mit Honig bedeckt sein und täglich umgerührt werden.

        Und wegen der fehlenden Aktivität des Fermentes zitiere ich mal aus dem Artikel oben:

        „Die Zubereitung ist eigentlich super einfach. Dass Du dieses Rezept trotzdem unter den Rezepten für Fortgeschritte findest, liegt daran, dass es recht lange dauert, bis sich die erste Fermentaktivität zeigt. Anfänger:innen werden erfahrungsgemäß schnell ungeduldig oder unsicher.“

        Du wirst also geduldig sein müssen.

        Gutes Gelingen!
        Katsu

  3. Hello Katsu, I have made a monoferment of turmeric with black pepper and raw honey. The concoction has produced bubbles and has been on the counter for two weeks. What now? Do I need to refrigerate this to keep it fresh, or will it last on the counter or in jars in the dark? Thanks for your good recipe and in advance for your reply.

    • Hi Adina,

      sounds good! I’m happy you like the recipe, thanks!

      It will last on the counter for a really long time. How long exactly I can’t say, but so far I’ve had big batches go for 18 months without spoiling. The taste is best within the first 6-8 months, though. Letting it stand away from direct sunlight is a good idea.

      Happy fermenting!
      Katsu

  4. Hallo Katsu,
    nach nicht ganz 3 Wochen zeigen sich jetzt die ersten kleinen Bläschen 😀
    Weil es erstmal eine Probe war, ob das ganze bei mir in Schwung kommt, hab ich eine etwas kleinere Menge angesetzt. Überlege aber wenn es um Nachschub geht, den dann mit dem jetzigen Ansatz zu impfen. Kommt die Fermentation dadurch schneller in Schwung oder macht das keinen Unterschied? Oder spricht sogar was dagegen?
    Liebe Grüße, Steffi

    • Liebe Steffi,

      das klingt ja prima! Es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn die Blubberphase losgeht.

      Obst und Gemüse setze ich als wilde Fermente ohne Starter an. Die Bakterien durchlaufen dann alle für sie nötigen Stadien und machen ein köstliches und sicheres Ferment. Bei Honigfermenten spricht nichts explizit gegen ein Beimpfen, ich geniesse das Ferment aber trotzdem mehr, wenn ich es jedes Mal frisch ansetze. Damit es Dir nicht ausgeht, kannst Du den neuen Ansatz starten, noch bevor das alte Ferment verzehrt ist.

      Weiter viel Spass beim Fermentieren!
      Katsu

      • Hallo Katsu, vielen Dank für das Rezept und die tollen Tipps.
        Ich habe vor einer Woche eine Ingwer-Honig-Ferment mit noch etwas Zitrone aufgesetzt. Habe es die ersten Tag nicht ungerührt und es hat sich ganz leicht Schimmel an der Oberfläche gebildet. Habe die angeschimmelten Stücke großzügig abgetragen und alle nicht abgedeckten Oberflächen gereinigt und noch etwas Honig nachgefüllt.
        Denkst du das Ferment wird genießbar sein?

        • Hej Lukay.

          Nein. Das Ferment ist nicht essbar und muss komplett entsorgt werden. Schimmel bildet Sporen, die nicht sichtbar sind, und viele Schimmelarten sind toxisch. Bei Honigfermenten ist das Rühren oder Bewegen essentiell.

          Verbuche es als Lernerfolg und gutes Gelingen beim nächsten Versuch!
          Katsu

  5. Hallo Katsu,

    dieses Rezept hat mich spontan fasziniert und ich würde es nun gerne mit zwei zusätzlichen Zutaten ansetzen. Zum einen mit Zitrone, um die Fermentation für mich als ungeduldigen Menschen etwas zu beschleunigen. Zum anderen mit ein wenig Zimt als geschmackliche Note. Allerdings bin ich mir bei den Mengen unsicher. Wäre eine Zitrone und ein halber Teelöffel Zimt aus deiner Sicht im Verhältnis passend zu deinem Grundrezept?

    Viele Grüße, Christopher

    • Hej Christopher,

      das klingt, als ob es gut schmecken könnte. Zitrone im Ganzen wird eine herb-bittere Note durch ihre Schale mitbringen, da musst Du überlegen, ob Dir das zusagt. Mit dem Zimt wäre ich extrem sparsam, es wird leicht zuviel. Ausserdem hat er antibakterielle Eigenschaften, und man möchte den Bakterien das Leben ja nicht unnötig schwer machen – ich würde ihn an Deiner Stelle erst beim Verzehr dazugeben.

      Berichte gerne mal über Dein Ergebnis!

      Gutes Gelingen,
      Katsu

  6. Ich hab das Ferment angesetzt. Aber das ganze in den Kühlschrank gestellt, weil ich verreisen musste. Es ist alles schön vermischt. Man kann es auch so schon in den Tee machen. Aber es hat ja nie geblubbert. Kann ich es nochmal rausstellen und warten, bis das Blubbern einsetzt oder sollte ich lieber neu beginnen?
    Liebe Grüße
    Blaue

  7. Liebe Katsu,

    mein Ingwer /Kurkumaferment
    zeigt nun seitlich viele kl. Blasen im Glas.
    Ein Druck, so wie Du ihn beschrieben hast, ist nicht vorhanden, da ich ja täglich öffne und umrühre.
    Das Ferment schwimmt oben, unten im Glas hat sich die Flüssigkeit abgesetzt.
    Der Geschmack ist gut, natürlich zuckersüß, es „bitzzelt“ nicht.
    Ist das Ferment nun trotzdem fertig, oder sollte es noch weiter im Warmen stehen bleiben (mit tägl. Umrühren) bis auch Gasdruck entsteht?

    Vielen Dank für deine Antwort
    Susanne

    • Hej Susanne,

      für mich klingt es so, als ob es noch nicht lange genug fermentiert. Dieses Ferment ist für Geduldige, es kann Wochen dauern, bis sich eine Aktivität zeigt.

      Wenn es so unaktiv ist, kannst Du auch nur jeden 2. oder 3. Tag rühren, dann aber kräftig, damit die Hefen aus der Luft eingearbeitet werden und aktiv werden können. Probiere auch mal, es etwas wärmer zu stellen. Bioqualität ist ausserdem wichtig, aber da hast Du bestimmt drauf geachtet?

      Gutes Gelingen,
      Katsu

  8. Hallo Katsu, ich experimentiere 😉 Unlängst habe ich Ingwersirup gemacht und es blieb der ausgedrückte Ingwer zurück. Diesen habe ich in Honig eingelegt – da tut sich aber nichts… das war am 29.09. Meine Vermutung ist, das zu wenig Flüssigkeit vorhanden ist, das Ganze ist eine cremige (und sehr leckere!) Masse, ich hatte noch etwas Zitronensaft zugefügt. Nun würde ich gerne versuchen, Flüssigkeit zuzugeben, um doch noch eine Fermentation in Schwung zu bekommen. Was empfiehlst Du mir? Ich hätte einfach Wasser genommen… Vielen Dank einmal mehr, Lisa

    • Hej Lisa,

      wenn Du Sirup machst, kochst Du den Ingwer, oder? Dann kann nicht mehr viel passieren, weil dann alle Mikroorganismen tot sind. Starte besser einen neuen Versuch mit frischem Bio-Ingwer.

      Gutes Gelingen,
      Katsu

  9. Hallo Katsu, nein, ungekocht 😉 ich löse den Zucker in warmen Wasser auf, dann wandert das zusammen mit Ingwer und bisserl Zitronensaft in den Mixer und dann filtere ich ab. Rezept aus einer Cocktailbar 😃

    • Das klingt gut, das muss ich auch mal probieren! Ich denke, dass durch das im Wasser mixen einfach zu viele Hefen und Mikroben auf der Strecke bleiben, um es danach noch in Honig zu fermentieren. Du könntest es trocknen und als Gewürzpulver benutzen.

      Viel Erfolg!

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