Mit einem Kurkuma Ginger Bug und dem daraus fermentierten Ingwerbier hat im Mai 2015 alles angefangen. Sieben Jahre später wird es wirklich Zeit, dass ich das Rezept und ein paar Tips und Tricks mit Dir teile. Das Ingwer-Kurkuma-Bier auf dem nächsten Photo ist es übrigens: Das erste Getränk, was ich komplett selber fermentiert habe. Der Geschmack, aber vor allem der Herstellungsprozess haben mich so angefixt, dass ich seitdem fast täglich alles mögliche fermentiere und ausprobiere. Wenn Du mir auf instagram folgst, weisst Du ja, wovon ich spreche 😉

Mein erstes Ingwerbier
Mein erstes Ingwerbier

Einen Ginger Bug aka Ingwerbierstarter selber züchten

Wenn man Ingwer, Zucker und Wasser mischt und stehen lässt, beginnen sich die wilden Bakterien und natürlichen Hefen auf dem Ingwer und aus der Umgebung selbst zu vermehren. Diese wilden Mikroorganismen verstoffwechseln den Zucker und produzieren dadurch Kohlendioxid, das hausgemachten Erfrischungsgetränken die Bläschen verleiht. Millionenmal besser als zugesetzte Kohlensäure. Der Vergleich ist wie Champagner zu mit Kohlensäure versetztem Tafelwasser. Wie Champagner hat dieses Ferment auch Alkohol. Das ist üblicherweise so viel oder wenig, wie bei Kombucha oder alkoholfreiem Bier enthalten sind.

Um ein fermentiertes Getränk herzustellen, wird zuerst der Starter kultiviert (im Englischen nennt man ihn übrigens Ginger Bug). Das Prinzip ist das gleiche, wie Sauerteig. Wenn Du also schon mal Mehl und Wasser zum Leben erweckt hast, wird Dir der Ginger Bug sicherlich gelingen. Ich fühle mich bei solchen Fermenten gerne mal wie Lady Frankenstein und rufe begeistert it’s alive!, wenn die aktive Phase beginnt.

Zutaten

  • 2 Tassen Wasser
  • ½ – 1 EL Zucker
  • 1 EL frischer Bio-Ingwer *

* Es ist wichtig, Bio-Ingwer zu benutzen, weil er ungeschält verarbeitet wird. Auf der Schale sitzen wertvolle Mikroben, die die Fermentation unterstützen. Ingwer aus konventionellem Anbau ist oft mit Schadstoffen behaftet und trägt Schimmelsporen an sich. Falls Du keinen Bio-Ingwer benutzt und Dein Ginger Bug nicht aktiv wird, könnte es genau daran liegen.

Zubereitung

Den Zucker in Wasser auflösen und mit dem klein gewürfelten oder geraffelten Ingwer in einem grossen Glasgefäss zusammenrühren. Das Gefäss wird mit einem Tuch bedeckt und dieses mit einem Gummiband fixiert. Luft und wilde Hefen sollen den Starter erreichen, Schädlinge müssen jedoch ferngehalten werden. Unbedingt warm aufstellen (20° C – 25° C ist optimal).

Jeden Tag füttern mit

  • ½ – 1 EL EL Zucker
  • 1 EL Bio-Ingwer, fein gewürfelt

und mehrmals täglich beherzt umrühren. Dabei geht es um das Untermischen von Sauerstoff. Nach 3 – 5 Tagen sollten sich die ersten Blasen bilden, und der Ginger Bug sollte nach Hefe und Ingwer riechen. Sobald der Starter so viele Blasen hat, dass er schäumt, ist er einsatzbereit zur Limonademanufaktur.

Wenn Dein Starter so gar nicht in Gang kommt, stelle sicher, dass er warm genug steht und probiere mal, ihn kräftig zu schütteln, statt ihn nur umzurühren. Dafür macht sich ein Deckel auf dem Gefäß ganz gut. Manchmal hilft es auch, den Zuckergehalt zu reduzieren.

Viel Erfolg mit Deinem ersten Ingwerstarter!

Ginger Bug

Fermentiertes Ginger Ale / Ingwerbier mit Ginger Bug

Das klassische Getränk, was man aus dem Ginger Bug macht, ist natürlich Ginger Ale, auch Ginger Beer oder Ingwerbier genannt. Vielleicht kennst Du gekauftes Ginger Beer. Auch, wenn einige Marken ganz anständige Limonaden brauen, können sie dem Vergleich zum selbst fermentierten Produkt nicht standhalten. Probiere es am besten gleich aus, ich bin mir sicher, dass Du mir zustimmen wirst.
5 von einer Bewertung
Zubereitungszeit25 Minuten
Fermentationsdauer2 Tage

Material

  • 1,5 Liter Glasgefäß
  • Tuch
  • Gummiband
  • Bügelflaschen

Zutaten 

  • 1 grosses Stück Ingwer *
  • 65 gr Zucker
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Zitrone
  • 65 ml abgeseihter Ginger Bug

Anleitung

  • Ingwer in Scheiben schneiden. Ingwer, Zucker und Wasser etwa 10 Minuten sanft sprudelnd kochen und anschliessend abkühlen lassen. Dann mit dem frisch gepressten Zitronensaft und den abgeseihten Ingwerstarter in einem Gefäss mischen, mit einem Tuch bedecken und mit einem Gummi fixieren. Idealerweise hat das Gefäss eine grosse Öffnung.
  • Warm aufstellen und öfter mal umrühren, bis sich die ersten Bläschen bilden. Das dauert ca. 1-2 Tage.
  • In Bügelflaschen abfüllen und 2-4 Tage bei ca. 20° C stehen lassen. Dabei täglich lüften, also den Bügelverschluss leicht öffnen, um Druck abzulassen. Die Flasche dafür nicht ganz öffnen, sondern mit Druck auf den Verschluss den Bügel vorsichtig bewegen. Wenn Du keinen Druck wahrnimmst, nicht öffnen, um die sich bildende Kohlensäure nicht entfleuchen zu lassen. Sobald genug Kohlensäure entstanden ist, in den Kühlschrank stellen und gut gekühlt geniessen.
  • ACHTUNG – auch im Kühlschrank geht die Fermentation weiter, also immer darauf achten, die Flaschen Bäuerchen machen zu lassen!

Notizen

* gross ist daumengross, und zwar nicht so gross, wie Dein Daumen, sondern wie der von Sissy Hankshaw, der Protagonistin aus dem Roman Even Cowgirls get the Blues von Tom Robbins (s. Photos unten). In Gramm wären das mindestens 20 g.
Nährwert pro Portion ca.76kcal

Wie wird der übrige Ginger Bug aufbewahrt?

Die Pflege eines Ginger Bugs funktioniert eigentlich genau wie die eines Sauerteiges. Lagern kannst Du ihn in einem Glas mit losem Deckel im Kühlschrank. Einmal in der Woche wird er rausgeholt und gefüttert, das heisst, es werden wieder Zucker und gehackter Ingwer unter starkem Rühren untergemischt. Ich lasse ihn meistens 1-2 Stunden warm stehen, bevor ich ihn wieder kalt stelle.

Wahrscheinlich machst Du aber sowieso jede Woche mindestens einmal ein Getränk, so dass Du ihn bei der Gelegenheit gleich füttern kannst. Lass es Dir schmecken!

7 Kommentare

  1. 5 Sterne
    Bin jetzt an meinem ersten Ginger Bug und mal gespannt was passiert. Leicht schäumen tut er jedenfalls schonmal

  2. Hallo Katsu ,
    Habe nun meinen ersten Ginger Bug hergestellt.
    Wenn ich ihn nun im Kühlschrank aufbewahre ,
    Seie ich ihn zuerst ab oder kommt er komplett, mit allen Ingwerstückchen u in den Kühlschrank und wartet dort auf weiteres füttern .
    Wenn ich daraus wieder Ginger Ale machen möchte , muss ich dann frisch füttern , auf Blasen warten und dann ansetzten ?
    Freu mich auf eine Antwort
    Gruß Ute

    • Hej Ute,
      japp, das Glas kommt wie es ist in den Kühlschrank und wird einmal die Woche gefüttert, für frischen Ansatz muss er wieder aktiv gefüttert werden (s. letzter Absatz).
      Gutes Gelingen!
      Katsu

      • Vielen herzlichen Dank 😊

        Leider mußte mein Ansatz heute auf den Kompost . Er hatte zwar kleine Bläschen aber war total schleimig.
        Ich habe aber sofort einen neuen Ansatz gestartet .
        LG Ute

  3. Hallo Katsu,

    Ich habe jetzt zwei Versuche mit einem Ingwerbug gemacht, beide Male fing er nach 2-3 Tagen leise an Bläschen zu bilden, doch in den nächsten 2 Tagen wurden die Bläschen wieder weniger bis kaum welche vorhanden waren.
    Gefüttert habe ich ihn täglich mit 1Esslöffel Zucker und etwas gehacktem Ingwer, warum schäumt er nicht richtig auf?
    Liebe Grüße Dörte

    • Hej Dörte, manchmal fühlt sich der Bug wohler mit etwas weniger Zucker. Probiere mal, nur bei jeder 2. Fütterung Zucker dazuzugegen. Und stell ihn gut warm! Toi toi toi, Katsu

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Rezept bewerten