Du kennst bestimmt fermentierte Zwiebeln als Topping, aber weisst du auch, woher ihre grosse Bekanntheit kommt?
Die Geschichte eines Hypes
oder: Wie wenig es eigentlich braucht, Alltägliches zu veredeln. Während des weltweiten Lockdowns während der Corona-Pandemie Anfang der 20er begannen viele Leute, zuhause zu kochen und Techniken auszuprobieren, die über Jahrhunderte zum Standardrepertoire gehörten, im 20. Jahrhundert durch die Zunahme an industriell verarbeiteten Lebensmitteln jedoch in Vergessenheit geraten waren. Dazu gehörten Sauerteig führen, Einlegen und auch mein Lieblingsthema, Fermentieren.
Eingelegte rote Zwiebeln gingen dann 2023 in den sozialen Medien viral. Die leuchtende, pinke Farbe und die einfache Zubereitung machten den Trend gut adaptierbar und Videos mit dem Claim „Das kommt bei mir auf absolut jedes Gericht“ wurden millionenfach geteilt. Mittlerweile gehört rotes Zwiebeltopping zum Standard in hippen Cafés und Restaurants. Ob Bowls, Salate, Tacos, Burger, Hot Dogs oder gegrillter Toast, die kräftige rosa Farbe, der knackige Biss und der würzige Geschmack passen einfach perfekt!

Fermentierte Zwiebeln
Material
- 1 Fermentationsgefäß, 500 ml
Zutaten
- 440 g rote Zwiebeln
- 9 g Salz
- Wasser (zum Auffüllen)
Anleitung
- Die Zwiebeln wiegen, vom Ergebnis 2% nehmen – soviel Salz wird auf die Zwiebeln gestreut. Durch das Salz werden die Pflanzenzellen animiert und der Zellsaft tritt aus, es entsteht eine Lake (so heisst die salzige Flüssigkeit). Insgesamt brauchst Du soviel Lake, dass die Zwiebeln später im Glas gut bedeckt sind.

- Zwiebeln in feine Ringe schneiden und eine Schüssel geben, das Salz darüber streuen und ein paar Stunden stehen lassen. Im Laufe der Zeit bildet sich Lake – je feiner die Zwiebelscheiben sind, umso schneller geht das und desto mehr Lake entsteht.
- Die Zwiebeln ins Fermentierglas geben. Mit der Lake, die sich gebildet hat, auffüllen und alles gut andrücken. Sie sollte die Zwiebeln leicht bedecken. Falls nötig, mit etwas Wasser auffüllen. Bei Zwiebeln empfiehlt sich, ein Gewicht zu nutzen.
- Das Glas verschließen und mindestens 14 Tage bei Zimmertemperatur fermentieren lassen, danach gerne kühler.
- Nach dem Öffnen bitte im Kühlschrank aufbewahren und zeitnah verspeisen.
Notizen



Ich liebe Zwiebeln. Das bescheidene Gemüse ist preiswert, das ganze Jahr über erhältlich und gesund. Es liefert Vitamin C, verschiedene B-Vitamine, Kalium, Eisen, Folsäure und Magnesium. Die Schwefelverbindungen machen den Geschmack aus und wirken entzündungsghemmend, Antioxidantien schützen die Zellen vor oxidativem Stress und nicht zuletzt stecken Zwiebeln auch noch voller präbiotischer Ballaststoffe.
Und weisst du, was ich noch mehr liebe?
Fermentierte Zwiebeln
Viele Menschen vertragen fermentierte Zwiebeln besser als rohe Zwiebeln. Kein Wunder, sind sie doch durch den Fermentationsprozess quasi vorverdaut.
Durch die Milchsäuregärung sind fermentierte Zwiebeln ausserdem milder als rohe, ihre Schärfe wird zu einer angenehm fruchtigen Säure. Der Geschmack ist weniger dominant als bei rohen Zwiebeln, während die Textur und die kräftige Farbe erhalten bleibt. Die Säure passt besonders zu fettigen, geräucherten und salzigen Speisen – in Kombination mit Käse sind sie einmalig!




